JULISTELLT SICH VOR

Die Comenius-Schule hat einen Schulhund und zwar schon eine ganze Weile.

Da wird es Zeit sich mal ganz offiziell vorzustellen.

Das Thema „Schulhund“ nimmt in der Fachliteratur einen immer größeren Raum ein. Es wird immer deutlicher welch positiven Auswirkungen die Anwesenheit eines Hundes, der allen Menschen unvoreingenommen und wertfrei begegnet, auf einzelne Schüler und auf die Struktur des Klassenverbandes haben kann.
2016 machte Juli noch als Welpe erste Erfahrungen mit den Schülerinnen und Schülern der Comenius Schule. Beide stießen mit großer Begeisterung aufeinander, was mich auf die Idee brachte, diese Freude zu nutzen und Juli gezielt im Schulalltag einzusetzen. Langsam arbeiteten wir uns in das Thema „Schulhund“ ein und im Herbst 2018 absolvierte Juli die Begleithundeprüfung. Julis Wesen zeichnet sich durch Gelassenheit und Ruhe aus, was vielen Schülern (gerade auch den ängstlichen SchülerInnen) sehr entgegen kommt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Hund in der Schule einzusetzen. In meinem ersten Jahr mit Schulhund konnte ich erleben, dass alleine die kontinuierliche Anwesenheit einen positiven Einfluss auf die gesamte Klasse haben kann. Manche Schüler besuchen die Schule lieber, wenn ein Hund da ist, den sie streicheln und kuscheln können. Zurückhaltende Schüler lassen sich eher aus ihrer Isolation locken, es können vermehrt positive Sozialkontakte initiiert werden. Wenn Juli einen Tag in der Klasse verbringt, steht ihr eine Box zur Verfügung, in die sie sich zurückziehen kann, wenn es ihr zu bunt wird oder sie Pause machen darf oder soll. Ein Geschirr, das sie nur in der Schule trägt, signalisiert ihr, wann die Arbeit beginnt. Die Schüler lernen die Bedürfnisse eines Hundes kennen und können sich, geregelt durch „Dienste“ in die Versorgung und Pflege des Hundes miteinbringen. Die Schüler entwickeln ein Verantwortungsbewusstsein für ein Lebewesen. Mit dem Hund an der Seite entspannt und bewegt es sich leichter.

Damit aber alle Schülerinnen und Schüler der Comenius Schule, die Chance haben Juli zu treffen, mit ihr zu spielen, zu schmusen oder zu arbeiten, wurde die Arbeitsgemeinschaft Schulhund gegründet. Hier können alle SchülerInnen auf unterschiedlichste Weise mit Juli in Kontakt treten: Schwerstbehinderte SchülerInnen können basale Erfahrungen machen, ängstliche SchülerInnen lernen ihre Furcht vor Hunden abzubauen oder SchülerInnen, die Freude an Hunden haben oder neugierig auf den Kontakt sind, haben die Möglichkeit beim Agility-Training (Arbeit im Parcour) oder bei einem Spaziergang ihre Erfahrungen im Umgang mit einem Hund zu erweitern.

Wir freuen uns auf viele weitere Stunden mit unseren SchülerInnen.

Angela Teichmann und Juli